Die leistungsfähige und nachhaltige Gestaltung der Verkehrsinfrastruktur stellt eine zentrale Herausforderung für das deutsche Straßennetz dar. Insbesondere Bundesautobahnen und hochbelastete Bundesfernstraßen sind zunehmenden Verkehrsbeanspruchungen durch steigende Schwerverkehrsanteile sowie klimatischen Einflüssen ausgesetzt – auch infolge des Klimawandels. Vor diesem Hintergrund stellt das Konzept der durchgehend bewehrten Betonfahrbahndecke (DBB) eine potenziell leistungsfähige und dauerhafte Bauweise dar. Im Vergleich zu herkömmlichen, unbewehrten Betonfahrbahndecken mit planmäßigen Plattenfugen zeichnet sich die DBB durch eine kontinuierliche Längsbewehrung aus. Diese steuert die Rissbildung des Betons infolge von hydratationsbedingtem Schwinden und Temperaturbeanspruchungen. Der Verzicht auf planmäßige Fugen, die einem intensiven Verschleiß unterliegen, reduziert den Wartungs- und Instandhaltungsaufwand und verbessert die Dauerhaftigkeit. Internationale Erfahrungen – insbesondere aus den USA – belegen das Potenzial der DBB hinsichtlich Lebensdauer, Wirtschaftlichkeit und Fahrkomfort. In Deutschland wurde diese Bauweise bislang nur im Rahmen einzelner Pilotprojekte auf ausgewählten Test- und Erprobungsstrecken eingesetzt. Erste Auswertungen liefern vielversprechende Ergebnisse, lassen jedoch noch zahlreiche Fragen zur systematischen Umsetzung, Dimensionierung, Materialwahl und Instandhaltung offen. Ziel des Forschungsvorhabens ist es daher, die Anwendungsmöglichkeiten der DBB unter Berücksichtigung nationaler Rahmenbedingungen zu untersuchen und praxisorientierte Empfehlungen für einen flächendeckenden Einsatz in Deutschland zu entwickeln. Im Zentrum des Projekts steht die Entwicklung eines praxistauglichen Dimensionierungsverfahrens für DBB unter Berücksichtigung standortspezifischer Verkehrs- und Witterungseinflüsse.